Marathon in Hamburg und auf dem Darß

Frühjahr und Herbst sind die hohe Zeit des Marathonlaufs. Da ist es kein Wunder, dass auch aus dem Landkreis Güstrow viele Marathonis ihre läuferischen Höhepunkte in diese Zeiten legen. An zwei Wochenenden hintereinander waren sie nun je nach Gusto in Hamburg oder auf dem Darß unterwegs.
In der Hansestadt gibt es den zweitgrößten Marathon Deutschlands zu genießen. 20.000 Teilnehmer und ein Vielfaches an Zuschauern sorgen für den typischen City-Lauf-Charakter mit dem Bad in der Menge. Nahezu ideale Strecken- und Witterungsbedingungen nutzten viele Läufer, um neue persönliche Bestleistungen zu erringen. Der schnellste Güstrower war Cornelius Wermann vom SV Tri Fun. Der 30-jährige Arzt und Triathlet bereitet sich nahezu professionell auf sein großes Ziel, die Qualifikation für den Iron-Man auf Hawaii vor. In Hamburg bewältigte er die Strecke in 2:44:23 Stunden und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr um eine Viertelstunde. Als 103. verpasste Cornelius Wermann damit die Top-100 des Riesenfeldes nur knapp. Sein Vereinskamerad Jürgen Böker knackte ebenfalls noch die 3-Stunden-Marke und war schon nach 2:57:20 h im Ziel.
Zur persönlichen Bestleistung holte sich Nils-Steffen Utke vom LSV Teterow auch noch den neuen Vereinsrekord in 3:09:26 h. Schnellster Läufer des Güstrower Laufsportvereins war Andreas Schinz in 3:12:37 h und den gleichen Titel für den Bützower Lauftreff holte sich Lothar Scholz in 3:23:15 h.
Ein ganz anderes Flair herrschte beim 2. Erlebnismarathon auf dem Darß. Schnell zog sich das aus Naturschutzgründen auf 500 Teilnehmer begrenzte Feld weit auseinander. Über weite Strecken sandige oder steinige Wege und hochsommerliche Temperaturen machten den Lauf zu einem Erlebnis, dass sich die meisten doch etwas anders vorgestellt hatten. In den kleinen Erholungsorten, die zu durchlaufen waren, gab es dafür nicht nur erfrischende Getränke und Beifall, sondern auch Musikbands, die für Aufmunterung sorgten.
Ulrich Boddien vom SV Einheit Güstrow half das alles wenig. Bereits nach 25 Kilometern spürte er den Kraftverlust durch eine erst kurz zuvor überstandene Krankheit. Trotzdem kämpfte der 48-jährige sich bis ins Ziel, das er nach 3:13:01 Stunden erreichte, immerhin noch als Gesamt-17. und Zweiter seiner Altersklasse M 45. Mit einer ähnlichen Zeit stand der Lauf für Chris Weise unter ganz anderen Vorzeichen. Erstmalig hatte sich der junge Zapkendorfer auf einen Marathon vorbereitet. Vorsichtig ging er das Rennen an, steigerte sich in der zweiten Rennhälfte enorm – über 10 Minuten schneller bewältigte er diesen Abschnitt – und war schließlich nach 3:14:32 h im Ziel. Dass der zur Zeit seinen Zivildienst ableistende junge Mann damit sogar den Sieg in der – leider wieder nicht sehr stark besetzten – Hauptklasse erlaufen hatte, damit hatte er wohl selbst nicht gerechnet. Die Ehrung auf dem überdimensionalen Siegerpodest aus Strohballen, die er verpasste, wäre sicher ein tolles zusätzliches Erlebnis gewesen.
Schnellster des angetretenen Laager TRW-Trios war deren Oldi Gerold Köster in 3:29:42 h, glücklichster vielleicht Michael Brechlin, dem mit 3:45:21 h sogar eine persönliche Bestleistung gelang.
Weitere Ergebnisse: Hamburg: Birger Dedering (LSV Güstrow) 3:53:10; Toralf Teske (LSV Teterow) 3:56:25; Volker Buddenhagen (LT Bützow) 3:57:14; Peter Dammann (LSV Teterow) 4:00:13, Stephan Mumme (VS Teterow) 4:02:31; Folke Dedering (LSV Güstrow) 5: 02:10
Wieck a. Darß: Michel Losch (TRW Laage) 3:36:06; Thomas Urban (SV Gr. Wokern) 3:44:34; Lutz Meyer (RK Laage) 3:54:27; Manfred Flechtner (Hoppenrade) 3:59:07

mbp