40. Heidberglauf

Der 1. Mai ist für viele Güstrower traditioneller Lauftag. Allerdings begann die Tradition der Heidbergläufe schon zu einer Zeit, da man sich für dieses Vorhaben – wenn man es denn organisiert im Wald ausüben wollte - noch einen anderen Tag aussuchen musste. Bereits 1984 wurde die Veranstaltung durch die damalige Laufgruppe des Landmaschinenbaus mit Regina Horn, Ewald Pydde und Joachim Tietz als Pendant zum bereits existierenden und in der ganzen DDR mit einem guten Ruf ausgezeichneten Inselseelauf aus der Taufe gehoben. Ohne Wettkampfstress und Klasseneinteilung sollte es für die ganze Familie ein Sportangebot sein, bei dem der Spass an der Bewegung in der Natur eindeutig den Vorrang hat. Dass das Konzept aufging, beweist die Tatsache, dass die Heidbergläufe die Wende überstanden, sich regelmäßig weit über 100 Lauffreunde auf dem Schulhof der Mühl Rosiner Schule einfinden und man gestern schon die 40. Auflage feiern konnte. So international wie in den 80-ger Jahren da man schon mal Läufer aus Kuba, Angola oder der Sowjetunion ankündigen konnte war das Feld zum gestrigen Jubiläum zwar nicht, doch auch diesmal nahmen nicht nur Güstrower die Strecken von 2, 5, 10 oder gar 15 Kilometern unter die Füße. In den Startlisten waren Heimatorte wie Neubrandenburg, Meiningen, Hagenow, Sonneberg und viele andere eingetragen.
Bevor der Startschuss ertönte, konnte sich der Veranstaltende Laufsportverein noch einer äußerst angenehmen Pflicht entledigen: die Einnahmen des World-Runners-Laufes am Karfreitag die vom Verein auf 300 Euro aufgerundet waren, wurden in Form eines überdimensionalen Schecks von Folke Dedering und Jürgen Trommer an Frau Elisabeth Taetow für die Aktion Kinderessen überreicht.
Anschließend machten sich 177 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke. Und obwohl die Altersspanne zwischen den beiden jüngsten – Pia Wöstenberg und Reno Mizera (beide 5 Jahre) – und den ältesten Sportlern – Brigitte Schmiedeberg (67) und Hans-Ulrich Köller (71) – beträchtlich war, kamen alle mehr oder weniger außer Puste wohlbehalten wieder im Ziel an und konnten sich anschließend mit heißem Tee und einem kräftigen Schlag Erbseneintopf stärken. Die Sieger sind bei dieser Familienveranstaltung zwar zweitrangig, trotzdem sollen sie genannt sein. Dirk Gundlach aus Ludwigslust und Ines Steeb aus Güstrow waren über 5 Kilometer die Schnellsten. Ganz bestimmt nicht nur wegen seines Heimvorteils war der „Heidberger“ Nils Schmiedeberg Erster über 10 Kilometer. Sabine Siegmund, Andrea Trommer und Katrin Bever teilten sich diese Ehre bei den Frauen, in dem sie freundschaftlich nebeneinander über die Ziellinie liefen. Und auf der Königsdistanz über 15 Kilometer hatte Lokalmatador Uli Boddien nach Kampf mit thüringer und sächsischer Konkurrenz die Nase genauso vorn wie Edda Jeewe aus Neustadt-Gleve bei den Frauen.
Der Jubiläumslauf soll auch wieder einmal Anlass sein, den Dank der Läufer an die Gemeinde und die Schule Mühl Rosin mit ihrem fleißigen Hausmeister, Herrn Haase, für die immer wieder erwiesene Gastfreundschaft zu übermitteln. Und übrigens: der 41. Heidberglauf steigt am 3. Oktober 2003 an gleicher Stelle. mbp
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