2. Jedermann-Orientierungslauf in Güstrow

„Orientierungslauf (OL) ist eine anspruchsvolle Laufsportart“, denn „bei einem Orientierungslauf sind Körper und Geist in einer aufregenden Kombination gleichermaßen gefordert“. Der das in der Ausschreibung zum 2. Güstrower Jedermann-OL versprach ist mit Nils Schmiedeberg einer, der weiß, wovon er spricht. Der bescheidene Sportsmann, der die Organisation in Personalunion für den SV Tri Fun Güstrow und den SV Turbine Neubrandenburg vornahm, ist nicht nur seit über 20 Jahren seiner Sportart treu, sondern mit zahlreichen nationalen und internationalen Meistertiteln, die er zwischen dem Nordkap und Australien, Kanada und China errang, einer der ganz Erfolgreichen in seinem Metier.
Bereits 2004 hatte er gemeinsam mit seiner Frau Anke einen Jedermann-OL in Güstrow organisiert. Nun gab es endlich eine Neuauflage, auf die sich zum Beispiel Lars Bever vom Laufsportverein die ganzen zwei Jahre lang gefreut hatte, wie verlauten ließ.
Und in der Tat, die zwei Dutzend Läufer und Triathleten, die sich nach einer kurzen Einweisung durch den „Meister“ mit Karte und Transponder in den eigentlich doch so gut bekannten Wald aufmachten, um die dort verteilten 15 Kontrollposten möglichst schnell anzulaufen, hatten ihre helle Freude an der ungewohnten Beschäftigung. So mancher Spaziergänger wird sich über die scheinbar ohne System durch den Wald hastenden Menschen gewundert haben, die plötzlich immer wieder stehenblieben, um Karte und Gelände miteinander zu vergleichen, davonrannten, wiederkamen, suchend den Blick links und rechts schweifen ließen, um sich dann – im günstigen Fall – zu bücken und sich am rot-weiß gekennzeichneten Kontrollposten per Transponder den heißersehnten Bestätigung“pieps“ abzuholen. Da vergingen die 90 Minuten, die jeder für seinen Lauf zur Verfügung hatte, wie im Fluge und die Wenigsten schafften es, alle 15 Posten zu finden. Aber einen Riesenspaß gemacht hat es allen, ob nun der Mutti, die mit dem Töchterchen 3 Posten erwanderte, dem Radfahrer, der vor dem sich plötzlich auftuenden Graben umkehren musste, dem Duo, dass sich hoffnungslos verlief und erst nach über 2 Stunden wieder an Start und Ziel ankam oder jenem Lars Bever, der tatsächlich alle 15 Kontrollpunkte fand und schon nach einer guten Stunde, den verdienten heißen Tee, für den die Schmiedebergs natürlich auch gesorgt hatten, genießen konnte.
Doch mit dem Zieleinlauf ist ein OL noch lange nicht vorbei. An der OL-charakteristischen „Wäscheleine“, an der die Auswertung nicht nur der Gesamtzeit sondern auch der einzelnen Splitzeiten zwischen den Kontrollposten Dank moderner Elektronik in Sekundenschnelle ausgehängt wird, kann dann noch das große Palaver über optimale Streckenwahl und verflixt gut versteckte Posten erfolgen. Da zeigt sich dann, dass Orientierungslauf zwar eine Individualsportart ist; die, diesen Sport aber ausüben aufgeschlossene Menschen mit einem ausgeprägten Gemeinschaftssinn sind. Da gab es dann mehr als einmal dankende Worte von den Güstrower Orientierungslauf-Eleven an Anke und Nils Schmiedeberg für den tollen Sportvormittag verbunden mit der Hoffnung, dass ein 3. Güstrower Jedermann-OL spätestens im nächsten Dezember irgendwo in Güstrows schöner Umgebung stattfindet.